Kantenfilter

UV-Licht ist nicht nur für einen Sonnenbrand verantwortlich, sondern kann insbesondere das menschliche Auge schädigen. Häufige Folge der UV-Strahlung: der graue Star! Liegt z.B. eine Augenerkrankung, wie z.B. eine Makuladegeneration (AMD) vor, hat das Auge unter umständen bereits einen Teil seines natürlichen UV-Schutzes verloren. Die gefährliche Sonnenstrahlung kann somit das Auge mehr schädigen als je zuvor. 

 

Welche Gefahren birgt UV-Licht für unsere Augen?

Leider wird das Thema "UV-Schutz" durch die fortschreitende Klimaveränderung immer wichtiger für uns. Sonnencremes zum Schutz unserer Haut sind für die meisten von uns selbstverständlich! Doch für unsere Augen kann die ständige UV-Belastung zum Problem werden. Entzündungen, und Veränderungen im Auge können die Folge sein.

Das UV-Licht wird im Allgemeinen in drei Teilbereiche untergleidert, welche durch die unterschiedlichen Wellenlängen definiert werden.
 
UV-A-Strahlung (langwelliges UV-Licht)
Dieser Teilbereich des UV-Lichtes ruft am Auge nahezu keine Schäden hervor. Durch die nahzu vollständige Absorbtion in der Augenlinse (natürlcher Schutzmechanismus des Auges) kann es jedoch zu einer Herabsetzung der Kontrastwahrnehmung kommen. Bei relativ langer und häufiger Einwirkung auf das Auge, kann es zur Trübung der Augenlinse (grauer Star, Katarakt) kommen.

UV-B-Strahlung (mittelwelliges UV-Licht)
Die intensivere UV-B-Strahlung kann - je nach Dauer und Intensität der Einwirkung - zu schmerzhaften Entzündungen der Bindehaut (Conjunktivitis) und der Hornhaut (Keratitis) führen. Aus diesem Grund sollten vor allem Kinder und ältere Menschen - bei denen der natürliche UV-Schutz nicht mehr zu 100% gewährleistet ist - Sonnenbrillen mit UV-schützenden Brillengläsern (Kantenfilter) tragen.

UV-C-Strahlung (kurzwelliges UV-Licht)
In unseren Breiten kommt das agressive UV-C-Licht kaum vor, da es durch die Atmosphäre nahezu vollständig absorbiert wird. Lediglich in extremen Höhen oder in den Polargebieten empfielt sich das Tragen von besonders dunklen und besonders UV-Schützenden Brillengläsern, wie z.B. Kantenfilter. Die UV-C-Strahlung führt - selbst bei kurzer Einwirkung - zu den ähnlichen Symptomen, wie die UV-B-Strahlung, jedoch mit oft erheblich schwereren Folgen.

Wenn Sie zu den Risikogruppen "Kinder" oder "Senioren" gehören empfielt sich das unbedingte Tragen einer Sonnenbrille bei grellem Licht. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Sonnenbrillen ausreichend vor UV-Strahlung schützt, laden wir Sie ein, dies bei uns im Hause überprüfen zu lassen. Wir beraten Sie gerne! 

 

Welche Funktion haben Kantenfilter? Und wie wirken sie?

Kantenfilter - der Name sagt es schon - filtern die für das menschliche Auge teils schädlichen Bestandteile heraus. Diese sind in erster Linie UV-Strahlung und das dem UV-Licht steht ähnliche blaue Licht. Die Filterwirkung führt dabei nicht nur zu einem absoluten UV-Schutz des Auges sondern sorgt durch das zusätzliche Herausfiltern von Blaulicht zu einer verbesserten Kontrastwahrnehmung, welche das schnellere Erkennen von Kanten und Konturen ermöglicht. Kantenfilter sind dabei in der Regel Kunststoffgläser, welche durch besondere Beschichtungen Ihre schützende Wirkung erhalten.

 

Wann sollte man einen Kantenfilter tragen?

Kantenfilter kommen zum einen durch Ihre UV-schützende Wirkung und zum anderen durch Ihre kontraststeigernde Wirkung zum Einsatz. Einige Anwendungsgebiete profitieren sogar von beiden Eigenschaften eines Kantenfilterglases.

Durch die UV-schützende Wirkung von Kantenfiltergläsern sind Kantenfilter besonders für Personen geeignet, welche regelmäßig großer UV-Strahlung ausgesetzt sind oder sich vor dieser auf Grund einer Veränderung am Auge schützen müssen. Vor allem betroffen sind dabei Sportler, welche Ihren Sport in großen Höhen ausüben (z.B. Gletscher) oder meist ältere Personen mit einem grauen Star oder einer Netzhautschädigung, wie z.B. der Makuladegeneration.


Der zweite Vorteil von Kantenfiltern ist die konstraststeigernde Wirkung. Sie entsteht durch das Herausfiltern von blauem Licht, welches in der Natur als eine Art Weichzeichner wirkt. Diese Verbesserung der Wahrnehmung ist zum einen für Sehbehinderte wichtig, die dadurch wieder besser Fahrbahnmarkierungen und Kanten (z.B. Treppen) wahrnehmen können, und zum anderen wieder für Sportler, welche bei hohen Geschwindigkeiten auf präzises Sehen angewiesen sind.

Ob ein Kantenfilter für Sie von Vorteil ist, und wenn ja, welcher Kantenfiltertyp es sein muss, kann nur ein Beratungsgespräch in unserem Haus ergeben. Sie sind dazu herzlich eingeladen! Um eine möglichst umfassende und individuelle Beratung und Anpassung vornehmen zu können, möchten wir Sie bitten mit uns einen Termin zu vereinbaren. Eine(r) unserer Augenoptiker(innen) wird sich dann ausreichend Zeit für Sie und Ihr Anliegen nehmen. 

 

Darf man mit Kantenfiltern (nachts) autofahren?

Kantenfilter sind generell nicht zum Führen von Kraftfahrzeugen bei Nacht geeignet. Grund für diese Einschränkung ist die gelb-orange Tönung. Zwar hat man den Eindruck, dass beim Tragen eines Kantenfilters eine aufhellende Wirkung entsteht, dennoch schreibt der Gesetzgeber vor, dass getönte Brillengläser mit einer Tönung > 15% nicht nachtfahrtauglich sind.